Wie D. Płoński bezüglich der Intonation beim Cellospiel sagte:
„ … und dann während eines Morgenspaziergangs fügten sich alle Ideen zu einer Einheit zusammen“.
Beinahe auf diese Weise begann mein Abendteuer mit einem außergewöhnlichen Werk von J.S. Bach „Die Kunst der Fuge“. Es wurde mir bewusst, dass man dem Zuhörer „Die Kunst der Fuge“ verbunden mit einer, den Verlauf des Werkes widerspiegelten, visuellen Präsentation vorstellen kann.
Beim Studieren, der sich mit dem Fugenzyklus befassenden Literatur, entdeckte ich viele auf der Gematrie beruhende Botschaften, die Bach in der sakralen Musik und in „Die Kunst der Fuge“ versteckte. Der Fugenzyklus ist nichts anderes als von Bach niedergeschriebene Kontrapunktübungen. Diese Kompositionstechnik wurde bereits in der Renaissance angewandt, jedoch erst Bach modulierte die Themen in alle Dur- und Molltonarten. Diese Fugen wurden in der heutigen Zeit zu einem Zyklus zusammengefügt und bilden ein eigenständiges, musikalisches Werk. So möchte ich das Werk, zusammen mit dem „Meccorre String Quartet“, dem Publikum präsentieren.
Das Wissen über „Die Kunst der Fuge“ und über die Entstehungsumstände der Kontrapunkte weisen immer deutlicher auf den rhetorischen und gematrischen Kontext in Bachscher Musik hin. In Anlehnung an die Essays, das Expertenwissen und die Fachliteratur, gliederte ich die Numerologie-Frage heraus und erhielt ein Ergebnis, dessen Frucht das einzigartige Projekt „Art of FUGA“ ist.
In dem als Konzertvorbote dienenden Vorwort, schrieb ich lediglich einige Informationen über die Botschaften und Hintergedanken, die J.S. Bach auf verschiedene Art und Weise in seinem Notenmaterial versteckte. Bachs Verbindung mit den Rosenkreuzern, die im Barock sehr aktiv in Europa wirkten, ist ein der Aspekte, den ich untersuchen möchte. Die von dem Orden verwendeten Epigraphen findet man verschlüsselt in dem Notentext des Fugenzyklus, in einer unberührten Form, wieder.
Als weiterer Aspekt der Visualisierung wird die Vorstellung des Verfechters der Gematrie Christian Friedrich Hunold (Pseudonym: Menantes), der ähnlich wie Picander (Christian Friedrich Henrici) Texte zu den weltlichen Kantaten von J.S. Bach schrieb. Dies hilft mir den Kontext der Numerologie in der Musik des Thomaskantors glaubhaft zu beweisen. Mitzler sagte: „J.S. Bach brachte nicht viel ein, aber forderte dazu auf, die Gematrie in der Musik zu praktizieren“. Dank dieser Aussage drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass Bach der sich mit der Mathematik in der Musik befassenden Mitzler-Gesellschaft angehörte. Er schenkte damals der Gesellschaft ein heute sehr bekanntes Portrait. Auf diesem Bild befindet sich ein Pergamentblatt in der Hand des Komponisten, dessen Inhalt den Bezug zu Rhetorik und Gematrie herstellt.
Um den Klang der Epoche zu unterstreichen, wird diese Präsentation teilweise auf barocken Instrumenten erfolgen, was zusammen mit der begleitenden Aura und der visuellen Aufwertung, das Projekt zu einem unvergesslichen Konzertereignis anheben wird.
Michał Bryła
Polnisches Theater
Posen
,,… das Projekt Art of FUGA kündigte sich sehr interessant an. Der Text von B. Pacieja, ein paar mysteriöse Zahlen, Multimedia und der Ort; Polnisches Theater. Die Aufgabe des, in dem durch Punktscheinwerfer exponierten Halbschatten-Klima, Textes wurde meiner Meinung nach erfüllt…“
„… das Werk „Die Kunst der Fuge“, unvollendet, unterbrochen durch den Tod des Komponisten, ist Bachs musikalisches Testament, seine Lebensessenz. Diese bedarf einer großen emotionalen und künstlerischen Reife sowie einer perfekten Klangvielfalt…“
Twoja Muza Nr 3/2010